Samstag: Fußball!
Morgens erst einmal meine neue Mitbewohnerin vom Flughafen abgeholt, anschließend ging es auch dann gleich in die Stadt ins Worker's Stadium zum Fußball. Es spielte Beijing gegen eine Mannschaft aus dem Süden, den Namen konnte ich mir leider nicht merken. Da das Ticketcenter unter der Woche meistens zu hatte, wollten wir auf dem Schwarzmarkt welche kaufen. Gesagt getan. Beim Stadion angekommen warfen die Guards allerdings nur
Nach dem Spiel ging es dann erst in eine Bar mit überdachter Dachterrasse und anschließend noch weiter in eine zweite Bar wo es leckeren Mojito Daiquiri gab, der sogar mir als nicht-Minz-Fan geschmeckt hat!
Sonntag: Marathon!
Am Sonntag ging es schon um 9 Uhr wieder in die Stadt, denn es war Marathon angesagt! Vier LHT-Mitarbeiter hatten großes vor und waren auch alle sehr erfolgreich! Einer lief ca 30 km (eigentlich hatte er ja schon zum Halbmarathon aufgehört, hatte dann aber doch nochmal Lust bekommen, weiterzulaufen) und die anderen drei kamen im Abstand von drei Minuten nach ca. 4h 45 min im Ziel an. Vorne dran mein Bürokollege und Trainee Thomas, der drei Tage vorher spontan entschieden hatte mitzulaufen, da ein Platz freigeworden war. So viel zum Thema große Vorbereitung, Pulsuhr, besondere Ernährung etc. ;)
Wir Zuschauer hatten es allerdings aber auch nicht so leicht. Unser erster Anfeuerungspunkt war das Ende des Halbmarathons, der zweite war dann ca bei Kilometer 40 (?). Allerdings haben es die Chinesen hier wohl nicht so sehr mit dem Anfeuern, denn es waren generell nicht sehr viele Zuschauer da und die, die da waren, mussten immer mindestens einen Meter Abstand zur Absperrung einhalten. Damit dies auch befolgt wurde, stand alle 1,5 m auch ein Guard, der sich immer gleich mächtig aufgeregt hat, wenn man auch nur 1 cm zu nah dran war...
Das war aber noch nicht alles: um zu dem Stadion zu gelangen, wo das Finish war, wollten wir eigentlich einfach der Laufstrecke folgen. Leichter gesagt als getan. Leider hatten wir das Pech, auf der falschen Seite der Strecke zu stehen, bei uns ging es nicht mehr weiter. Nur, wo kommen wir auf die andere Seite? Wir probierten mehrere Unterführungen aus, die allerdings alle an den entscheidenden Aufgängen alle abgesperrt waren. Hinzu kam noch, dass die Strecke über eine Brücke lief, die über eine 6-spurige Straße ging. Leider war die Brücke der einzige Fußgängerüberweg weit und breit. Das hieß für uns: der großen Straße eine halbe Ewigkeit folgen, bis wir dann endlich eine weitere Überführung fanden. Dann natürlich den ganzen Weg zur Laufstrecke wieder zurück. Beim Ziel angekommen hatte wir das Gefühl, mindestens genauso viel geleistet zu haben, wie die Läufer selbst! Deshalb waren wir auch ganz froh, dass uns der Läufer-Shuttlebus wieder mit in unseren Compund nahm.
Um 17 Uhr trafen sich dann alle Läufer und Unterstützer in der Lindenstraße (so nennt hier jeder die Straße, in der die meisten deutschen Manager wohnen) zum Grillen. Wir Praktis hatten vorher noch kurz einen Nudelsalat gemacht und so ließen wir es uns richtig gut gehen. Leider war es die ganze Zeit ziemlich windig und ich war seit seit dem Marathon nicht mehr zu Hause gewesen und dementsprechend dünn angezogen. Um für ein bisschen Wärme zu sorgen, packte dann einer der Manager die Sambuca-Flasche aus und schwuppdiwupp wurden auf einmal 2,5 Flaschen geleert. Kalt war es dann allerdings immer noch, deshalb wurde der Abend auch nicht mehr allzu lang.
Montag
Als wir morgens zu arbeiten anfingen war bestes Wetter angesagt. Deshalb beschlossen wir, eine kurze Pause einzulegen und bei uns aufs Dach zu klettern, von dem man eine hervorragende Sicht auf den Flughafen und bei schönem Wetter auch auf die Berge hat. Bei dem Ausblick freut man sich doch immer wieder, am Flughafen zu arbeiten :)
Dienstag
Nachmittags habe ich endlich das Programm bekommen, mit dem ich hier in den nächsten 6 Monaten hauptsächlich arbeiten werde (Primavera P6, wen es interessiert...) Da mein Bürocomputer allerdings wohl zu alt dafür ist, habe ich das Programm jetzt auf mein Notebook installiert bekommen. Deshalb bin ich jetzt im Besitzt einer hoffentlich richtig tollen (so ganz kann ich noch nicht sagen, ob das Programm auch hält, was es verspricht) Projektplanungssoftware!
Ansonsten war am Dienstag nur noch Sprachkurs angesagt und dann ging es auch schon wieder ins Bett.
Mittwoch
Abends war ich wieder mit den Kollegen Badminton spielen. Allerdings waren wir diesmal nur zu viert, was aber den Vorteil hatte, dass mir mein Mitspieler die ganze Zeit Tipps geben konnte und er jetzt zu meinem "offiziellen" Coach geworden ist ( er meint ja, ich hätte Talent ;) Anschließend gab es natürlich wieder leckeres Essen (ich weiß, ich kann da nicht aufhören zu schwärmen - nix gegen deine Kochkünste, Mama!)
Donnerstag: Oktoberfest!
Abends war im Kempinski-Hotel im Paulaner Bräuhaus Oktoberfest angesagt. Ein paar Manager hatten uns gefragt ob wir mitkommen wollten und da haben wir natürlich nicht lange gezögert ;) An den Wasen (andere Vergleiche habe ich leider nicht) kam die ganze Veranstaltung natürlicht nicht ran, war aber trotzdem lustig. Nachdem unsere Chefs gegangen waren, holten uns ein paar Chinesen zu sich an den Tisch und wir feierten mit denen noch weiter.
Der Freitag begann zunächst vor allem sehr müde und dazu noch mit der trairigen Erkenntnis, dass mich der vorherige Abend wohl mein Handy gekostet hatte. Im Kempinski hat es leider wohl keiner gefunden und die Nummer vom Taxi weiß ich leider auch nicht mehr. Nun ist mein schönes (für mich immer noch neues) Handy inklusive meiner schönen roten Handysocke (erklär das mal einer Chinesin am Telefon) weg! Einfach weg! Einziger Trost ist, dass ich nur meine chinesische Simcard eingelegt hatte und Gott sei Dank im Mai/Juni eine Sicherheitskopie meiner Telefonnummern gemacht habe. Wer also seitdem seine Nummer geändert hat, bitte Bescheid geben! Kann immer noch nicht so ganz glauben, dass mir das passiert ist, sonst kann ich doch eigentlich immer wunderbar auf mein ganzes Zeugs aufpassen...nunja, damit muss ich jetzt eben leben.
Abends sind wir dann noch Pekingente essen gegangen. Ich muss sagen, an so einer Ente ist gar nicht mal so viel dran. Sah aber echt toll aus, wie der Koch die Ente direkt bei uns am Tisch filettiert hat! Geschmeckt hat sie auch richtig gut! Wie auch sonst;)
Anschließend ging es noch relativ spontan in den Kai Club, dort gibt es günstige Drinks und gute Musik! Geblieben sind wir alldings nicht zu lang, da Karen und ich für Samstag Sightseeing angesagt hatten.
Samstag: Sightseeing in Peking
Nach zwei Wochen in Peking habe ich es endlich mal geschafft, die Pekinger Innenstadt bei Tageslicht zu sehen (beim Marathon waren wir nicht so ganz in der Mitte ;). Eigentlich wollten wir auf den Kohleberg, von dem man wohl einen super Blick auf die ganze Stadt haben soll. Allerdings war die Sicht nicht gerade berauschend, deshalb haben wir die Aktion auf einen schöneren Tag verschoben und haben uns die Verbotene Stadt angeschaut. 720 000 m² Fläche, 9999 Räume, unglaublich viele kleine enge Gassen und Durchgänge, imposante Gebäude...die Eindrücke in Worte zu fassen ist gar nicht so einfach. Man denkt nur immer wieder "WOW, die kleinen Chinesen können ganz schön große Sachen bauen!" Nach der verbotenen Stadt ging es noch auf den größten Platz der Welt, den Platz des Himmlischen Friedens. Allerdings waren hier so viele Leute unterwegs, dass ich fand, dass man die Größe gar nicht so wahrnehmen konnte. Anschließend machten wir einen "kleinen" 4.5 km langen Spaziergang entlang der Seen nach Norden um uns dort mit Suat und Tobi, zwei anderen Praktikanten zu treffen. Dann war erst einmal Shoppen angesagt. Hier gab es eine Straße mit lauter kleinen, total individuellen Läden. Manche nur 1,5m breit, dafür 10 m lang! Richtig cool! Allerdings muss ich sagen, dass es dort wesentlich mehr coole Sachen für Jungs gibt als für Mädels (oder mir gefällt die weibliche Mode hier einfach nicht so...wer weiß). Gekauft habe ich nix, trotzdem hat es aber total Spaß gemacht! Anschließend ging es noch kurz Essen (für vier Leute haben wir gerade mal 2,40 € bezahlt...) und danach nach Hause. Zum Weggehen waren wir zu müde, deshalb haben wir nur noch einen Film geschaut und sind dann ins Bett.
Sonntag: Schon wieder Fußball!
Ausschlafen! Danach noch kurz mein Zimmer aufgeräumt und dann mit Tobi und Karen in die Stadt in Richtung Beijing Institute of Technology. Nach fast 2 h Fahrt kamen wir an und trafen uns dort mit dem Chinesen, der letzte Woche auch schon mit im Worker's Stadium war. Es war wieder Fußball angesagt, diesmal spielte die Unimannschaft gegen Shanghai. Die Unimannschaft ist allerdings so gut, dass sie hier in der 2. Liga spielen kann und somit zweibeste Mannschaft in Peking ist. Die Teammitglieder sind alles Studenten, die allerdings nur vormittags studieren und nachmittags trainieren. Nach einem 0:1 gegen die Uni 10 min vor Schluss, dachten wir eigentlich, das Spiel sei gelaufen. Allerdings gelang es dann der Uni noch in den wirklich aller letzten Spielminuten den Ausgleich zu erzielen! Damit waren dann alle zufrieden, da Shanghai wohl ziemlich gut ist. Und ich riesen Fußballfan war innerhalb kürzester Zeit 2x im Stadion! Ich glaube, mein Fußballdurst (sofern er existiert) ist für die nächste Zeit erstmal gestillt...
Das wars auch schon wieder mit meiner Woche aus Beijing, noch einen schönen Sonntag Abend und eine tolle neue Woche!
Zaijian!
Gemein:
AntwortenLöschenErstens habe ich grad selbst furchtbar Hunger, und zweitens vermisse ich die asiatische Kueche immer mehr, wenn du von solchen kulinarischen Erlebnissen schreibst. Beijing Duck! Hotpot! AAAAAH!